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Erläuterung der Fehlsichtigkeiten
Im folgenden möchten wir versuchen Ihnen die häufigsten Fehlsichtigkeiten möglichst ohne unnötige Fachbegriffe darzulegen.
Wir sind bemüht diese Sektion zu erweitern um einen möglichst umfassenden Überblick über diesen Themenbereich bieten zu können.
Emmetropie (Rechtsichtigkeit)
Das rechtsichtige Auge benötigt zum deutlichen Sehen keine Korrektur. Es besitzt eine Gesamtbrechkraft von 59,74 dpt. (Dioptrien) und eine Baulänge von 23,99mm. Beide Werte sind so aufeinander abgestimmt, dass ein fixierter Objektpunkt in weiter Entfernung deutlich gesehen werden kann. Hierbei befindet sich das Auge im Zustand vollkommener Entspannung beim Blick in die Ferne.
Um nähere Objekte deutlich zu sehen muss die Brechkraft des Auges erhöht werden. Dies geschieht durch Muskelarbeit, durch welche die Augenlinse verformt wird.
Weichen Gesamtbrechkraft und/oder Baulänge von o.g. Werten ab, entsteht eine Fehlsichtigkeit.
Hyperopie (Übersichtigkeit)
Die sog. "Weitsichtigkeit" ergibt sich aus einem etwas zu kurz gebautem Auge, oder einer zu schwachen Gesamtbrechkraft. Folge davon wäre ein Brennpunkt der erst hinter der Netzhaut entstehen würde. Dadurch wird ein undeutliches Bild erzeugt. Gerade in jungen Jahren ist es aber noch so, dass bei einer nicht zu starken Übersichtigkeit, das Auge die Lage des Brennpunktes korrigieren kann um deutlich sehen zu können. Daraus folgt das bei Übersichtigkeiten nicht unbedingt von einer Sehschärfenverschlechterung ausgegangen werden darf, wohl aber von einem unnatürlich angespannten Zustand. Diese Muskelkraft, die eigentlich für das Sehen in der Nähe notwendig wäre, fehlt dann an dieser Stelle. Dazu kommt, dass das Auge so über den ganzen Tag angespannt ist um ein deutliches Bild zu erzeugen und auch wenn es oft auf andere Ursachen zurückgeführt wird, sind rasche Ermüdungserscheinung, Augenbrennen, Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme nicht selten die Auswirkungen einer nicht, oder nicht ausreichend korrigierten Fehlsichtigkeit.
Korrigieren kann man diese Fehlsichtigkeit mit sog. Plusgläsern, welche die Brechkraft des Auges erhöhen und den Brennpunkt somit wieder auf die Netzhaut bringen.
Myopie (Kurzsichtigkeit)
Bei einem kurzsichtigen Auge ist die Gesamtbrechkraft zu hoch, oder die Baulänge in Relation dazu zu lang. Folge davon ist eine Brennpunktlage innerhalb des Auges vor der Netzhaut, was sich in einem undeutlichen, verschwommenen Bild äußert. Das kurzsichtige Auge hat an dieser Stelle keine Möglichkeit seine Fehlsichtigkeit durch Muskelkraft zu kompensieren oder zu verringern, da anatomische keine Möglichkeit dazu besteht. Eine weitere charakteristische Eigenschaft der Kurzsichtigkeit ist ein rascher Sehschärfenabfall, bereits bei niedrigen Werten.
Eine Korrektion ist hier mit einem Minusglas zu erreichen, welches die Brechkraft reduziert und den Brennpunkt so weiter nach hinten auf die Netzhaut verschiebt.
Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)
Die sog. Stabsichtigkeit beschreibt wahrgenommene Objektpunkte aus dem Blick eines stabsichtigen Auges. Dieses nimmt Punkte nämlich nicht als solche wahr, sondern sieht stabförmig verzerrt. In welche Richtung hängt dabei von der Achslage der Hornhautverkrümmung ab. Die Hornhaut hat also in diesem Fall keine sphärische (kugelige) Oberfläche, sondern wenigstens zwei unterschiedliche Radien, welche wiederum zwei verschiedene Brennlinien im Auge erzeugen. Wie stark eine Verzerrung vorliegt hängt von der Differenz dieser Radien ab.
Je nach Art der Hornhautverkrümmung gibt es für das Auge unterschiedliche Möglichkeiten ohne Korrektion wenigstens das bestmögliche Bild herauszuholen. So stellt sich das Auge mit Hilfe der bei der Übersichtigkeit erwähnten Muskelkraft so ein, dass ein möglichst deutliches Bild entsteht.
Rein sphärische Gläser/Linsen reichen hier zu Korrektion nicht aus. Es wird ein Glas benötigt welches beide Brennlinien wieder zu einem Brennpunkt auf der Netzhaut vereint, sog. torische Brillengläser/Kontaktlinsen.
Presbyopie (Alterssichtigkeit)
Vorweg: Der weitläufig verwendete Begriff der „Altersweitsichtigkeit“ ist reiner Unfug. Das Kurzsichtige im Alter ohne Brille teils besser lesen können als mit, hat nichts mit einer plötzlichen Übersichtigkeit, sondern viel mehr mit nicht aktuellen oder falschen Brillenwerten zu tun. Die Muskelkraft die von jungen Menschen problemlos für das Sehen in der Nähe aufgebracht werden kann, fehlt Menschen ab etwa dem 40. Lebensjahr einfach. Dies ist tatsächlich eine Alterserscheinung welche sich im Laufe der Zeit immer stärker bemerkbar macht und eine regelmäßige Kontrolle der notwendigen Werte erfordert. Die Augenlinse verliert im Laufe des Lebens an Elastizität und auch die Muskeln büßen an Leistungsfähigkeit ein, was sich dann beim Lesen der Zeitung bemerkbar macht wobei die Arme immer kürzer zu werden scheinen, der Leseabstand also immer vergrößert werden muss um den Text noch erkennen zu können.
Abhilfe kann man hier z.B. sehr komfortabel mit modernen Gleitsichtbrillengläsern und Kontaktlinsen schaffen. Eine Korrektur ist aber auch mit Hilfe von Lesebrillen oder reinen Nahbrillen zu erzeugen.
